Chronik Musikverein Aistaig
1933
Gründung des Musikvereins
Der Verein muss zur Beschaffung von Instrumenten ein Darlehen von 4000 Reichsmark aufnehmen, für das der damalige 1. Vorsitzende Eugen Kopp, der 2. Vorsitzende Otto Kopp, der Kassier Eugen Hezel und das aktive Mitglied Johannes Lehmann Bürge sind.
Als Dirigent wird der Militärmusiker Obermaier aus Oberndorf verpflichtet. Die meisten der aktiven Mitglieder sind Anfänger.
In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung werden von den aktiven Mitgliedern große Opfer an Zeit und Geld gefordert. So müssen sie bei jeder Probe einen bestimmten Betrag in eine Kasse zahlen, von der die laufenden Kosten wie Dirigentenhonorar, Noten usw. bezahlt werden. Als die Kapelle später öffentlich auftreten kann und gelegentlich auch gegen Entgelt spielt, wird dieses, wie auch jede andere übrige Mark aus den Beiträgen oder Spenden für die Tilgung der Darlehensschuld verwendet.
Durch die industrielle Entwicklung in Aistaig und vor allem in Oberndorf kommen in dieser Zeit viele Neubürger nach Aistaig, welche als aktive Musiker der Kapelle beitreten. Auf diese Weise kann der Austritt einiger Gründungsmitglieder kompensiert werden.
1936
Bernhard Hirth aus Salzstetten übernimmt das Dirigentenamt. Im Sommer beteiligt sich die Kapelle in Spaichingen beim Preisspielen und erhält dabei die Note „sehr gut“. Der Verein hat in jener Zeit etwa 18 bis 20 aktive Musiker und 50 bis 60 passive Mitglieder.
1938
Der 1. Vorsitzende Eugen Kopp und der Dirigent Bernhard Hirth legen ihr Amt nieder und auch ein großer Teil der aktiven Musiker scheidet aus der Kapelle aus.
Die Leitung des Vereins wird dem bisherigen 2. Vorsitzenden Otto Kopp übertragen.
Als neuer Dirigent wird Herr Zech aus Boll verpflichtet. Außerdem werden junge Leute zwischen 17 und 20 Jahren für die Kapelle geworben und ausgebildet.
1939
Die neu zusammengestellte Kapelle kann im Frühjahr wieder die verschiedenen örtlichen Veranstaltungen umrahmen.
1940
Infolge des Krieges muss der Vereinsbetrieb eingestellt werden, nachdem ein großer Teil der aktiven Musiker zum Wehrdienst einberufen wird.
1951
Am 3. März wird durch Herrn Bürgermeister Schneider eine Versammlung einberufen zum Zweck der Neugründung des Musikvereins. Die Bestrebungen gehen dahin, die Kapelle der Narrenzunft anzuschließen, was aber von den betroffenen Musikern abgelehnt wird.
Es erklären sich 15 Personen bereit, als aktive und 12 Personen als passive Mitglieder in einem wieder zu gründenden Musikverein mitzuwirken. Im Vorfeld zur Wiedergründung werden Bürgermeister Schneider zum 1. Vorsitzenden, Emil Eßlinger zum 2. Vorsitzenden, Arthur Kirner zum Geschäftsführer, Wilhelm Bootz zum Kassier, Hans Lehmann zum Schriftführer und Bernhard Hirth zum Dirigenten gewählt.
Nach erfolgreicher Vorarbeit erfolgt am 28. April im Rahmen der Gründungsversammlung die Wiedergründung des Musikvereins Aistaig. Die vorläufig bestellten Vorstandsmitglieder werden in ihren Ämtern bestätigt.
Dirigent Bernhard Hirth gelingt es innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit eine gute Kapelle heranzubilden, auch die finanzielle Grundlage des Vereins wird stabiler.
1953
Unter der Stabführung von Bernhard Hirth erringt die Aistaiger Musikkapelle beim 3. Bezirksmusikfest am 06./07.Juni 1953 in Rottweil-Altstadt beim Wertungsspiel in der Mittelstufe die Note „Vorzüglich“. Daran beteiligen sich folgende Musiker:
Fritz Bootz, Karl Klaißle, Gerd Büttner, Manfred Beck, Josef Tachtler, Josef Hirth, Martin Jaud, Bruno Blocher, Hans Lehmann, Theo Leicht, Kurt Kopp, Horst Büttner, Raymund Schmutzer, Hermann Schmutzer, Gerd Mekelburg und Eugen Brenner (jun.).
1956
Der 1. Vorsitzende Bürgermeister Schneider tritt aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Die Generalversammlung wählt am 15. Dezember 1956 Wilhelm Blocher zu seinem Nachfolger.
1961
Bernhard Hirt legt im August nach längerer Krankheit sein Dirigentenamt nieder. Nach längerem Suchen wird Martin Müller aus Sulz als Nachfolger verpflichtet. Dieser tritt sein Amt im Dezember an.
1964
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens feiert der Verein im Sommer 1964 ein großes Jubiläumsfest . Den Höhepunkt dieses Festes bildet ein Konzertabend mit Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten. Das Festzelt mit einem Fassungsvermögen von rund 2500 Personen kann die Besucher an diesem Abend nicht fassen. Diese Veranstaltung ist zweifellos die größte seit dem Bestehen des Vereins und der finanzielle Erfolg ermöglicht es, eine größere Anzahl neuer Instrumente zu kaufen, was für die Zöglingsausbildung dringend notwendig ist.
1965
Im März legt Martin Müller sein Amt als Dirigent nieder. Glücklicherweise hat die Kapelle mit Robert Rieder aus Weiden einen geeigneten Mann in den eigenen Reihen, der im April die Kapelle übernimmt.
1966
Der 1. Vorsitzende Wilhelm Blocher legt bei der Generalversammlung sein Amt nieder. Für ihn wird der bisherige 2. Vorsitzende Hans Walter gewählt. 2. Vorsitzender wird Gustav Frey.
Am 13. Juli wird der Musikverein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Oberndorf eingetragen.
Unter der musikalischen Leitung von Robert Rieder entwickelt sich die Aistaiger Kapelle zu einem hervorragenden Klangkörper, der in der näheren und weiteren Umgebung gerne als Gast gesehen und bei vielen überörtlichen und heimischen Auftritten begeistert gefeiert wird. Robert Rieder versteht es auch, aus der Kapelle eine Tanzabteilung aufzubauen, die als „Kleine Besetzung“ bei vielen Tanzveranstaltungen erfolgreich auftritt.
1976
Der Musikverein Aistaig wird erstmals von der Narrenzunft Oberndorf zur musikalischen Begleitung des Narrensprungs am Fasnetsdienstag verpflichtet. Im November wird die Beschaffung neuer Fasnetsuniformen beschlossen.
1981
Sabine Zeller wird als erstes Mädchen vom Musikverein ausgebildet.
Hans Lehmann übergibt sein Amt als Schriftführer an Jürgen Dannecker.
1984
Im Juli begeht die Kapelle ihr 50-jähriges Jubiläum. Mit einem abwechslungsreichen Programm wird 4 Tage lang ordentlich gefeiert.
1987
Der 2. Vorsitzende Gustav Frey legt sein Amt nieder. Nachfolger wird der seitherige Schriftführer Jürgen Dannecker. Dieses Amt übernimmt Dieter Quast.
1990
Robert Rieder feiert sein 25-jähriges Dirigentenjubiläum.
1992
Dieter Quast legt sein Amt als Schriftführer nieder, Nachfolgerin wird Regina Oppold.
Eine Jugendkapelle wird gegründet, die beim Weihnachtskonzert am 12. Dezember unter der Leitung von Martin Holzer ihr Debut gibt.
1993
Die Aistaiger Jungmusiker schließen sich mit den Jungmusikern aus Boll und Sigmarswangen zum ABS-Jugendorchester zusammen.
1994
Vom 26. bis 29. August plant der Musikverein die Feier seines 60-jährigen Bestehens. Während der Aufbauarbeiten stürzt der 1. Vorsitzende Hans Walter von einer Leiter und wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Am 25. August verunglückt der aktive Musiker und Sohn des Dirigenten, Jörg Rieder, bei einem Autounfall tödlich. Das Jubiläumsfest wird daraufhin abgesagt.
Aufgrund der Umstände legt Dirigent Robert Rieder sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.
Neben den großen persönlichen Verlusten hat der Musikverein auch die hohen Ausfallkosten für das abgesagte Fest zu tragen.
Als Dirigent kann vorübergehend der langjährige ehemalige Musikkamerad Reiner Mäder, Leiter der Stadtkapelle Blaubeuren, gewonnen werden. Als Vizedirigent fungiert Norbert Holzer.
Das Jahreskonzert wird zu einem großen Erfolg. Es ist auch musikalisch spürbar, dass die Kapelle aufgrund der Schicksalsschläge in großer Kameradschaft zusammensteht.
1995
Der langjährige 1. Vorsitzende Hans Walter übergibt sein Amt am Jürgen Dannecker. Zum 2. Vorsitzenden wird Norbert Holzer gewählt.
Hans Walter wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Robert Rieder zum Ehrendirigenten.
Das Jahreskonzert wird von Herbert Prager, dem ehemaligen Leiter der Stadtmusik Schwenningen, vorbereitet und dirigiert. Er versteht es, die Aktiven zu Höchstleistungen zu bewegen. Das Jahreskonzert geht als eines der besten und qualitativ hochwertigsten in die Vereinsgeschichte ein. Allerdings sind die musikalischen Anforderungen für die einzelnen Musiker sehr hoch.
1996
Der seitherige Vizedirigent Norbert Holzer wird neuer Dirigent. Neuer Vizedirigent wird Peter Kuptz.
1997
Bruno Blocher gibt nach 29 Jahren Amtszeit sein Amt des Kassiers an Gernot Pfau ab.
Aufgrund der Doppelbelastung gibt Dirigent Norbert Holzer das Amt des 2. Vorsitzenden an Dieter Diem ab.
1998
Der Musikverein feiert vom 17. bis 20. Juli seinen 65. Geburtstag. Höhepunkt ist ein Galakonzert der Egerländerbesetzung des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm unter der Leitung von Reiner Mäder.
2000
Zum Jahreskonzert am 2. Dezember werden die neu beschafften Uniformen präsentiert.
2001
Musikalischer Höhepunkt des Jahres ist neben dem Jahreskonzert das Paradekonzert am 10. Juni in Ulm.
2002
Beim Frühjahrskonzert des Gesangvereins musizieren Musik- und Gesangverein gemeinsam.
Durch den Brand in der Turnhalle am 6. November ist die Durchführung des Jahreskonzertes nicht möglich. Stattdessen wird die Jahresschlussfeier des Gemeinderats der Stadt Oberndorf am 13. Dezember vom Musikverein musikalisch umrahmt. Die im festlichen Rahmen der ehemaligen Augustinerklosterkirche vorgetragenen Stücke gefallen auch dem Gastredner des Abends Herrn Ministerpräsident Teufel.
Durch den Umbau des Vereinsheimes werden die Proben vorübergehend in einem ehemaligen Fabrikgebäude der Firma Mafell abgehalten.
2003
Am 6. Dezember wird das 50. Jahreskonzert veranstaltet.
2004
Das Jugendorchester „Young-Sound Aistaig-Sigmarswangen“ wird gegründet. Die Dirigenten Volker Rückert und Norbert Holzer proben und dirigieren im Wechsel den rund 30-köpfigen Klangkörper. Seine Debuts hat das Orchester jeweils bei den Weihnachtskonzerten in Aistaig und Sigmarswangen im Dezember.
2005
Zum Jahresende legt Norbert Holzer nach 10-jähriger erfolgreicher Dirigententätigkeit sein Amt nieder.
2006
Zum Jahresanfang übernimmt der seitherige Vizedirigent Peter Kuptz vorübergehend die Leitung der Kapelle, da trotz intensiver Suche kein Dirigent gefunden wird.
Im Mai kann als neuer Dirigent Slawomir Moleta aus Rottweil verpflichtet werden.
Der Musikverein begleitet am 14. und 15. Oktober eine Abordnung der Stadt Oberndorf in die französische Partnerstadt Thierville, anlässlich des 20-jährigen Bestehens der "Harmonie Thierville". Musikalischer Höhepunkt der Reise ist ein gemeinsames Kirchenkonzert und der anschließende Partnerschaftsabend, an welchem deutsche und französische Musikanten bis in den Morgen gemeinsam musizieren und feiern.
2007
Dirigent Slawomir Moleta gründet eine kleine Besetzung. Es wird hauptsächlich traditionelle böhmische und mährische Blasmusikliteratur erarbeitet. Beim Maifest am 01.05.2007 hat diese kleine Besetzung ihren ersten Auftritt.
2008
Im Rahmen des 120-jährigen Jubiläums des Musikvereins Dietingen formieren sich die Orchester der Musikvereine Dietingen und Aistaig zu einem 80-köpfigen Orchester. Unter der Leitung der Dirigenten Irena Soloducha-Moleta und Slawomir Moleta wird das Jubiläumskonzert am 19.07.2008 unter dem Motto „s’bescht vo ällem“ in der Dietinger Festhalle zu einem großen Erfolg. Neben den beiden Orchestern wirken noch zwei Chöre, eine Tanzgruppe, eine Gesangssolistin sowie eine Turngruppe mit und machen den Konzertabend zu einem Erlebnis für Augen und Ohren.
2009
Im Mai feiert der Musikverein Aistaig sein 75-jähriges Jubiläum. Unter dem Motto „Musik verbindet“ sind die Stadtkapelle Oberndorf, alle Stadtteilkapellen, sowie die Gesangvereine aus Aistaig, Weiden und Oberndorf zu Gast. Auch der Schulchor und das Jugendorchester „Young Sound“ wirken bei den Feierlichkeiten mit.
Beim Festakt wird Theo Leicht für 60 Jahre aktives Musizieren in der Kapelle geehrt. Diese Ehrung ist bislang einmalig in der Vereinsgeschichte. Der Erste Vorsitzende Jürgen Dannecker erhält aus den Händen von Herrn Bürgermeister Acker die Landesehrennadel für besondere Verdienste im Ehrenamt.
Musikalischer Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist ein Galakonzert am 16.05.2009. Neben der Stadtkapelle Oberndorf und dem Blechbläserensemble „Swabian Brass“ musiziert der Jubiläumsverein teilweise auch mit Chorbegleitung und der Solosängerin Debora Ifenthaler. Es werden u.a. anspruchsvolle Auszüge aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet vorgetragen.
Das Jubiläumsjahr findet seinen krönenden Abschluss beim Jahreskonzert unter der neuen musikalischen Leitung von Volker Rückert.
Die 1. Vorsitzenden der Vereinsgeschichte
1933 – 1938: Eugen Kopp
1938 – 1940: Otto Kopp
1951 – 1956: Karl Schneider
1956 – 1966: Wilhelm Blocher
1966 – 1995: Hans Walter
seit 1995: Jürgen Dannecker
Die Dirgenten der Vereinsgeschichte
1933 – 1936: Herr Obermaier
1936 – 1938: Bernhard Hirth
1938 – 1940: Herr Zech
1951 – 1961: Bernhard Hirth
1961 – 1965: Martin Müller
1965 – 1994: Robert Rieder
1995 – 2005: Norbert Holzer
2006 - 2009: Slawomir Moleta
seit 2009: Volker Rückert
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