Eine Huldigung an Tirol und seine Musik

Schwarzwälder-Bote, vom 04.12.2011 20:01 Uhr
Die Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters unter Leitung von Volker Rückert zeigten sich beim Jahreskonzert sowohl gesanglich als auch musika­lisch versiert.  
Foto: Wössner Foto: Schwarzwälder-Bote
Die Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters unter Leitung von Volker Rückert zeigten sich beim Jahreskonzert sowohl gesanglich als auch musika­lisch versiert. Foto: Wössner Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Werner Wössner

Oberndorf-Aistaig. "Du bist das Land, dem ich die Treue halte – mein schönes Tiroler Land", sangen die Musiker der Aistaiger Kapelle mit Inbrunst – aller­dings erst in der Zugabe ihres Jahreskonzerts.Sie unterstrichen damit ihre volle Zustimmung zum Programm des Abends mit Kompositionen aus und über das herrliche Alpen­land, zu dem sich Dirigent Volker Rückert durch einen Urlaub in Tirol hatte inspi­rieren lassen.

Die durchweg anspruchsvollen Kompositionen stellten nicht nur an Dirigent und Musiker hohe Anforderungen, auch dem Publikum wurde viel Ein­fühlungsvermögen und musikalisches Verständnis abverlangt. Dabei war es hilfreich, dass Ines Wössner bei der Vorstellung der einzelnen Programm­punkte auf Komponisten und Inhalte näher einging.

Den Konzertabend eröffnete die Kapelle heroisch mit der symphonischen Ouvertüre "Musica Eroica". In dem romantischen Tongemälde "Schloss Tirol" unterstützte ein Beamer mit Bildern die verschiedenen musikalischen Charak­tere wie "Bläserruf", "Begrüßung", "Jagd", um nur einige wenige zu nennen. Ausdrucksstark musikalisch interpretiert wurden die Stimmungen in "Alpina Saga" – Erlebnisse einer monumentalen Bergwanderung.

Mit dem Pop-Medley "The Best of Falco" huldigte die Kapelle das Schaffen von Johann Hölzel. "Es wird scho glei dumpa", ein weihnachtliches Krippenlied aus Tirol, stimmte auf die Adventszeit ein, und zum guten Schluss erinnerte die Kapelle an den Süd­tiroler Volkshelden Andreas Hofer mit dem gleichnamigen Marsch.

Dem Jugendorchester "Young Sound" Aistaig-Sigmarswangen blieb es auch heuer vorbehalten, das Jahreskonzert zu eröffnen. Neu war dieses Jahr aller­dings, dass neben dem langjährigen musikalischen Leiter Norbert Holzer Thomas Hientz als Dirigent sein Debüt gab. Im Wechsel dirigierten Holzer und Hientz das 41-köpfige Jugendorchester, und es zeigte sich, dass die Jugend­lichen beachtliches musikalisches Können aufbieten können. Orchestermitglied Karin Bachmann stellte die einzelnen Titel vor und gab die nötigen Erläuterun­gen.

Stürmisch, allerdings nur musikalisch, war der Auftakt mit "Tempest Rising". Klassisch ging es weiter mit dem "Largo" aus dem vierten Satz der "Vier Jahreszeiten" von Vivaldi. Erkennungsmelodien aus Film und Fernsehen sind offensichtlich bei den Jugendlichen beliebt: Mit "Hawaii Five-0 Theme" und "Forrest Gump Suite" wurden sie diesem Genre gerecht. Temperamentvoll, rhythmisch betont und melodisch schön erklangen die Latin-Evergreens aus "Children of Sanchez". Ohne Zugabe durfte auch das Jugendorchester nicht von der Bühne. Mit Rock’n’Roll-Oldies begeisterten sie zum Schluss nochmals.